Dead Snow: Nazi-Zombies in Norwegen

Nach dem Trailer musste ich als Liebhaber von Zombiefilmen natürlich den ganzen Film sehen:

Eine Handvoll hormongeladener Studenten fährt für die Ferien zu einer einsamen Hütte um Ski zu fahren, ein paar Bier zu trinken und sich gegenseitig unterm T-Shirt zu begrabbeln (bzw. um bei -20 Grad auf einem Plumpsklo zu vögeln…tja was muss das muss). Allerdings ist der Spaß bald zuende, als ein seltsamer Einheimischer ihnen die furchtbare Geschichte des Ortes erzählt und ihnen nahelegt den Skiurlaub lieber doch woanders zu verbringen. Dann dauert es natürlich nicht mehr lange bis das Gemetzel losgeht. Damit fängt der norwegische Film (so ähnlich) an wie viele andere (Teen-)Horrorfilme.

Die Story ist soweit nicht sehr originell und hat im Laufe des Films durchaus ein paar Logikfehler (z.B fällt einem der Charaktere ein, dass er ja mal den Notruf anrufen könnte – allerdings erst als die Hälfte seiner Freunde schon tot ist). Trotzdem ist das nicht Hauptproblem des Films – SS-Zombies und Nazigold bieten durchaus eine gute Grundlage für einen lustigen Zombiesplatter.

Die Schwäche des Films sind seine Charakere. Sie taugen weder als klischeehafte Abziehbilder noch als interessante Persönlichkeiten (typische langweilige Mittelklassestudenten halt). Da hätte man sich durchaus was bei Shaun of the Dead abgucken können. Genauso schwach wie die Charaktere sind auch die Dialoge. Beispiel gefällig? Tut mir leid, ich kann mich an keinen einzigen erinnern, was eventuell auch an der norwegischen Audiospur mit englischen Untertiteln liegen kann (die DVD gibt’s aber auch mit deutschem Audio, die Synchro soll allerdings nicht so toll sein). Ein paar nette Dialoge hätten dem Film allerdings durchaus gut getan, um den Zuschauer auch zwischen der Action bei der Stange zu halten. Wenigstens ein paar coole Einzeiler hätten die Drehbuchschreiber spendieren können. Sehr kreativ dagegen sind die zahlreichen Splatter- und Goreszenen, bei denen die Macher durchaus sehr kreativ waren. Die Effekte sind optisch ebenfalls völlig in Ordnung. Originellerweise gibt es sogar eine Mensch-beißt-Zombie-Szene – da musste ich gleich nochmal zurückspulen, weil ich nicht glauben konnte, dass hier gegen die Naturgesetze verstoßen wurde.

Dead Snow ist also durchaus nicht langweilig und vor allem für Genrefans durchaus sehenswert – und hätte mit ein paar interessanten Darstellern bzw. besseren Charakteren und Dialogen sogar Lieblingsfilmpotential (da macht z.B. Zombieland einiges richtig – leider auch etwas familienfreundlicher/Rezension folgt). Und musste dieser dämliche Nu-Rock-Müll um Abspann sein? Ja ich weiß, dass der Abspann meistens der eher weniger interessante Teil eines Films ist, aber warum müssen 50% aller Horrorfilme einen Rock-/Metal-Song im Abspann haben, der a) wirklich schlecht ist und b) nichts mit dem Soundtrack zu tun hat?

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: